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ISO Standards for Geographic Information


Kresse, W., Fadaie, K.


1. Auflage.

Berlin: Springer, 2004.

322 Seiten
ISBN: 3-540-20130-0
unverbindl. Preis: 96,25 EUR

The book addresses scientists and technical experts who have already some background knowledge in Geographic Information Systems (GIS) and who want to know more about standardisation in GIS, in particular, the role of the ISO. The authors also meet the needs of programmers who are going to implement ISO 19100 standards and who need a better understanding of the overall structure of the standards. Last, but not least, this richly illustrated book will help readers to better understand the rather abstract ISO documents.

Geschrieben für:
Scientists, technical experts, libraries, institutions (Geoinformation, Cartography, Geography, Geosciences, Spatial Sciences, Landscape Planning, Landscape Engineering)

Schlagworte: Cartography, GIS, Geomatics, Remote Sensing, Spatial Data, Standardisation

Buchbesprechung in der Zeitschrift Photogrammetrie, Fernerkundung und Geoinformation

Kresse, W., Fadaie, K. (2004): ISO Standards for Geographic Information. Springer Verlag. Heidelberg. 322 Seiten. 137 Abbildungen, 13 Tabellen. 89,95 Euro. ISBN 3-540-20130-0.

Normung bestimmt unser tägliches Leben, inzwischen auch mehr und mehr im GIS-Bereich. Seit 1994 beschäftigt sich auch die Internationale Standardisierungsorganisation ISO im technischen Komitee TC 211 mit der Normung von Geoinformation. In den letzten Jahren sind hier eine Vielzahl von Normen entworfen und zur Reife gebracht worden, so dass sich das vorliegende Buch als Ziel steckt, über dieses Normungsgeschehen kompetent zu informieren. Während Normungsdokumente i.d.R. recht umfangreich und eher langweilig sind, gelingt es diesem Buch von Anfang an, Normung als etwas Interessantes darzustellen und durch geschickte Auswahl und Kompression nur die wesentlichen Aspekte der Normen hervorzuheben.

Das Buch besteht aus 6 Kapiteln, gefolgt von einem umfangreichen Anhang. Es startet mit grundlegenden Begriffsdefinitionen und Benennung der wichtigsten Standardisierungs-organisationen wie ISO, IEC u.a. Anschließend wird ein kurzer Abriss der Geomatikstandards gegeben. In den folgenden beiden Kapiteln beschreiben die Autoren nicht-geometrische und geometrische Standards. In der ersten Kategorie sind Standards zur Terminologie, zu den räumlichen, thematischen und zeitlichen Schemata, zu Bilddaten und Katalogdaten sowie zur Implementierung und Qualifizierung zusammengefasst. Diese werden ausführlich beschrieben, wobei die Modellierungssprache UML zum Einsatz kommt. In dem Kapitel zu geometrischen Standards werden einfache Objekte (so genannte simple features), diskrete und kontinuierliche Objekte (so genannte Coverages) und Funktionen wie auch die Geography Markup Language klar erläutert. Im nachfolgenden Kapitel werden einige Mitglieder und Nachbarorganisationen zur ISO aufgeführt. Dabei kommt natürlich auch das aktuelle Geschehen im Open GIS Consortium zur Sprache. Abgerundet wird das Buch durch eine anwendungsbezogene Sicht, wobei die Aktivitäten in den Heimatländern der beiden Autoren Kanada (eine GIS-Industriesicht) und Deutschland (die aktuelle AFIS-ALKIS-ATKIS-Umsetzung auf Basis der Standards) beleuchtet werden. Im Anhang werden u.a. ein umfangreiches Glossar und Abkürzungen sowie Ausführungen zu XML dargeboten.

Eingestreut in den Text ist die Vorstellung einzelner Personen, die das Normungs- und Standardisierungsgeschehen im letzten Jahrzehnt entscheidend mitgeprägt haben, so z.B. der Norweger Olaf Østensen, der Deutsche Hans Knoop oder der Amerikaner Clifford Kottman. Dies führt dem Leser deutlich vor Augen, dass Standards von Menschen für Menschen gemacht werden und dass es insbesondere einzelner hartnäckiger Vorkämpfer bedarf, um das langwierige Normungsgeschehen zu einem erfolgreichen Ende zu bringen.

Die beiden Autoren kommen aus dem Fernerkundungssektor. Sie sind national und international seit vielen Jahren im Normungsgeschehen tätig und haben sich u.a. in der Standardisierung von Bilddaten engagiert. Wolfgang Kresse ist Professor an der Fachhochschule Neubrandenburg, Kian Fadaie arbeitet am kanadischen Fernerkundungszentrum.

Den beiden Autoren kann zu diesem gelungenen Werk nur gratuliert werden. Sie haben das oben angedeutete Ziel erreicht. Es stellt den Stand der Normung von Geoinformation in einer sehr gut verständlichen, klar strukturierten und anschaulich visualisierten Form dar. Das Buch ist jedem Nutzer und Entwickler von GIS zur Lektüre zu empfehlen, einerseits weil sich die Normung auf die täglichen GIS-Arbeiten zunehmend auswirken wird. Viel wichtiger erscheint dem Rezensenten jedoch, dass das Buch den Leser praktisch nebenbei mit modernen Notationen wie UML und Websprachen wie XML vertraut macht und grundlegende GIS-Begriffe und geometrisch-topologische Objektbeziehungen in hervorragender Weise präsentiert. Hiervon kann jeder in der GIS-Branche nur profitieren.

Ralf Bill, Rostock, 5.6.2004



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