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Assisted GPS (A-GPS) 

dt.: Unterstütztes GPS
Themengebiet: GPS

Bedeutung:
Assisted GPS bezeichnet eine Technik, bei der ein GPS-Empfänger mit Daten versorgt wird, die er normalerweise vom GPS-Satelliten empfangen würde. Mit dieser Technik wird die Geschwindigkeit gesteigert, um die Satellitenerfassungszeit bzw. die Zeit um eine Position zu bestimmen.
Unter der Zielstellung, z.B. hochmobilen Endgeräten
- die Zeit bis zur ersten Positionsbestimmung nach dem Empfängerstart, also die Time-to-First-Fix (TTFF) zu verkürzen,
- auch in Innenräumen, beim so genannten Indoor-GPS, oder bei sonstigen urbanen Abschattungen noch empfangbare GPS-Restsignale zu nutzen,
- die nötige Rechenleistung und damit auch den Stromverbrauch zu reduzieren,
können Assistenzinformation in unterschiedlichen Ebenen über die Infrastruktur von Mobilfunknetzen bereitgestellt werden, wenn diese um GPS-Empfangsmöglichkeiten und entsprechende Rechenleistung erweitert sind.
Bislang sind nur Endgeräte mit GPS-Chips ohne Berücksichtigung von GLONASS usw. bekannt, woher der Begriff A-GPS rührt. Folgende Lösungsebenen kommen in Frage:

- Auf Grund der genutzten Mobilfunk-Zelle kann die Netzzentrale der Mobileinheit ihre genäherte Position mitteilen, um den Suchraum für das Tracken der Satelliten einzugrenzen und in wenigen Sekunden zu einer Position zu gelangen. Unter differenzierter Nutzung mehrerer Mobilfunksender und ihrer Baken kann man über Trilateration (Signalstärken) und Triangulation (verwendete Sektoren) die a priori-Genauigkeiten steigern.
- Wenn die Satellitennachricht von einer abgeschatteten oder im Innenraum befindlichen GPS-Mobileinheit nicht mehr vollständig detektierbar ist, kann sie von außen über das Mobilfunknetz bezogen werden, welches die Daten über eigene GPS-Empfänger oder einen entsprechenden Dienst ungestört akquiriert. Mit den darin enthaltenen Satellitenkoordinaten sind Dopplerverschiebungen der Signale rechenbar, so dass das Tracken der Satelliten im Mobilgerät unterstützt und eine Positionsberechnung überhaupt erst möglich wird.
- Stark gedämpfte und durch Multipath beeinflusste GPS-Signale, wie sie etwa in Innenräumen empfangen werden, können mit der Rechenleistung der Netzzentrale eher rekonstruiert werden als in der Mobileinheit, so dass die Positionsrechnung im Fällen wie Indoor-GPS von der Zentrale übernommen werden kann.
- Zur Genauigkeitssteigerung lassen sich DGPS-Korrekturen übermitteln, die z.B. in einem Netzwerk modelliert werden.

Quellen:
Joeckel, R., Stober, M., Huep, W. Elektronische Entfernungs- und Richtungsmessung und ihre Integration in aktuelle Positionierungsverfahren

Zum Begriff:
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Letzte Änderung: 12.09.2008



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