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Ökokonto 


Themengebiet: Ökologie und Naturschutz
Planung

Bedeutung:
Begriff bei der Eingriffs- und Ausgleichsregelung in der Landschaftsplanung, in der Gemeinden dazu verpflichtet sind, für Eingriffe in die Natur im Rahmen der Bauleitplanung Ausgleichsflächen bereitzustellen. Neueres Konzept für Kommunen, worin GIS zur Führung des Ökokontos eine wichtige Rolle spielt.
Der entscheidende Aspekt in der Eingriffs-Ausgleichsregelung ist die räumliche und zeitliche Entkoppelung von Eingriff und Ausgleich. Potenzelle Ausgleichsflächen können in einem so genannten Ökokonto vorsorglich angespart werden. Bei Aufstellung eines Bebauungsplanes kann die Gemeinde die aufgewerteten Flächen wenn nötig aus ihrem Guthaben im Ökokonto abbuchen, um Beeinträchtigungen der Natur zu kompensieren.
Potenzelle Ausgleichsflächen, wie ein intensiv bewirtschaftetes, drainiertes Grünland, können in einem Ökokonto vorsorglich angespart werden. Eine Wiedervernässung der Fläche, eine Extensivierung der Nutzung und andere Maßnahmen bewirken eine ökologische Aufwertung, die in Form ökologischer Zinsen honoriert wird. Durch diese Verzinsung erhöht sich der Ausgleichswert der Flächen. Bei Ausweisung eines Baugebietes kann die Gemeinde die aufgewerteten Flächen aus ihrem Guthaben im Ökokonto abbuchen, um damit die Beeinträchtigung der Natur an anderer Stelle auszugleichen.
Generell kann ein Ökokonto analog geführt werden, d. h. unter Verwendung von Formblättern auf Papier, oder digital mit Hilfe von (Geo-)Informationssystemen.
Beim GIS-Einsatz für ein Ökokonto lassen sich grundsätzlich zwei Tendenzen beobachten:
- Beim projekthaften GIS-Einsatz, z.B. für das Auffinden und Abgrenzen von Kompensationsräumen bei der Neuaufstellung eines Flächennutzungsplans stehen die Analysefunktionalität eines GIS und die Möglichkeit der Zusammenschau verschiedener Fachplanungen im Vordergrund.
- Im Vergleich dazu kommt es beim hier beschriebenen Aufbau eines GIS zur Führung eines Ökokontos auf die persistente Speicherung aller Informationen zu Eingriffen, Ausgleichsflächen, Maßnahmen und Buchungen an.
Die dauerhafte Datenhaltung stellt höhere Anforderungen an die Datenmodellierung als dies bei einem zeitlich begrenzten GIS-Projekt der Fall ist.
Siehe auch:
Flächenpool

Zum Begriff:
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Letzte Änderung: 15.12.2003



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