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Quasigeoid 

engl.: Quasi geoid
Themengebiet: Vermessung, Geodäsie

Bedeutung:
Unter einem Quasi-Geoid ist die durch terrestrische Verfahren messbare Bezugsfläche für die Normalhöhen zu verstehen. Zur Bestimmung des Quasi-Geoids trägt man zunächst die im Molodensky-Problem bestimmte Höhenanomalie in Richtung der Ellipsoidnormale über dem Referenzellipsoid ab, so entsteht eine Fläche, die als Quasi-Geoid bezeichnet wird [4]. Dieselbe Fläche entsteht durch die Berechnung der geopotentiellen Kote, indem man die Normalhöhe von einem Oberflächenpunkt aus jeweils längs der Ellipsoidnormale vorzeichengerecht nach unten abträgt, also die Differenz des Schwerepotentials eines Punktes auf der Erdoberfläche und dem Geoid bildet. Daraus ergibt sich eine Fläche, bei der es sich anders als beim Geoid nicht um eine Niveaufläche (Äquipotentialfläche) der Schwere handelt. Das Quasi-Geoid stimmt aber mit dem Geoid relativ gut überein. Die Unterschiede zwischen diesen beiden Modellen liegen nur im Bereich von Zentimetern bis Dezimetern. Diese auftretenden Abweichungen sind von der Topographie und den Inhomogenitäten des Erdschwerefeldes abhängig. Diese Unterschiede sind auf dem freien Ozean praktisch nicht vorhanden (die beiden Flächen stimmen also praktisch übereinstimmen). In den europäischen Hochgebirgen ergibt sich hingegen eine relativ hohe Abweichung von etwa 2 m.
Heutzutage kann solch ein Quasi-Geoid durch satellitengestützte Verfahren bestimmt werden.

Quellen:
Fachwörterbuch Benennungen und Definitionen im deutschen Vermessungswesen

Zum Begriff:
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Letzte Änderung: 13.07.2010



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