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Kartennetzentwurf 

engl.: Draft of the map projection
Themengebiet: Bezugssysteme
Kartographie

Bedeutung:
Bei allen Darstellungen der Erde oder von Teilen dieser stellt sich immer wieder das Problem, dass sich die gekrümmte Fläche der Erdkugel oder des Erdellipsoids nicht verzerrungsfrei in die Kartenebene ausbreiten lässt. In diesem Zusammenhang wird das ebene, aber verzerrte Abbild des geographischen Netzes auf Kugel oder Ellispoid als Kartennetzentwurf bezeichnet. K. bezeichnet die graphische Konstruktion eines Kartennetzes und/oder die Berechnung von Schnittpunkten eines Kartennetzes bzw. von anderen Darstellungsparametern unter Annahme bestimmter Abbildungsgleichungen (Kartenprojektion).
Bei der Abbildung der Erdoberfläche treten Winkel-, Flächen- und Längenverzerrungen auf. Nur der Globus als verkleinerte Nachbildung der realen Verhältnisse auf der Erdkugel ist gleichzeitig winkel-, flächen- und längentreu. Bei Karten ist es allerdings nur möglich, entweder die Winkeltreue (konform) oder Flächentreue beizubehalten. Längentreue ist dagegen nur für ausgewählte Elemente wie den Berührungsmeridian erzielbar. Es stehen verschiedenste Kartennetzentwürfe zur Verfügung. Diese werden in zwei Kategorien eingeteilt:
- Netzentwürfe mit geographischen Koordinaten, für Karten ab Maßstäben 1:1.000.000 und kleiner. Die Erde wird als Kugel betrachtet (Kartographische Abbildungen wie die von Hammer-Aitoff, Mollweide, Peters, Robinson).
- Netzentwürfe mit ebenen rechtwinkligen Koordinaten, für Kartengroßer und mittlerer Maßstäbe. Derartige Netzentwürfe resultieren aus geodätischen Abbildungen (z.B. Gauß-Krüger-Projektion oder UTM-Projektion).
Siehe auch:
Gradnetzentwurf

Quellen:
Olbrich, G., Quick, M., Schweikart, J. Desktop mapping Grundlagen und Praxis in Kartographie und GIS-Anwendungen

Zum Begriff:
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Letzte Änderung: 20.09.2002



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