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Luftbild 

engl.: Aerial image
Themengebiet: Fernerkundung
Photogrammetrie

Bedeutung:
Bei einem Luftbild handelt es sich um eine Photographie, die von einem Flugzeug aus einer Höhe von mehreren hundert oder tausend Metern aufgenommen wurde (Befliegung). Um diese analogen Vorlagen für GIS verwenden zu können, ist es notwendig, die Bilder mit Hilfe eines Scanners zu digitalisieren, sie zu entzerren und zu geokodieren. Luftbilder können aber auch analog interpretiert und die Interpretationsergebnisse in Karten übertragen werden, die dann abdigitalisiert werden.

Das Luftbild entsteht durch Einwirkung elektromagnetische Strahlung und zwar durch
- Reflexion der auf die Erdoberfläche auftreffenden Strahlung,
- Empfang und Speicherung durch einen strahlungsempfindlichen Sensor und
- Weiterverarbeitung zu einem sichtbaren Bild.
Strahlungsquelle ist das reflektierte Sonnenlicht im Wellenlängenbereich von etwa 0,38 - 0,72 µm (sichtbares Licht) und 0,72 - 0,90 µm (nicht sichtbares nahes InfrarotNIR). Die durch die auf den Sensor auftreffende Strahlung erzeugte Abbildung ergibt sich:
- geometrisch (mathematisch) durch die Strahlungsrichtung (Lage und Form der Objekte) sowie
- radiometrisch (physikalisch) aus Strahlungsintensität und spektraler Zusammensetzung (Grau- oder Farbtonunterschiede).

Luftbilder sind zunächst das Ergebnis der Abbildung durch ein Objektiv, also einer Zentralprojektion, deren wesentliche Gesetzmäßigkeiten lauten:
- Alle Punkte des Raumes (P) werden durch Geraden (Projektionsstrahlen) in eine Bildebene abgebildet, wobei sich diese in einem Punkt außerhalb der Bildebene schneiden (Projektionszentrum O).
- Die Durchstoßpunkte der Projektionsstrahlen durch die Bildebene ergeben die Bildpunkte (P'), wobei jedem Raumpunkt nur ein Bildpunkt entspricht. Jedoch entsprechen jedem Bildpunkt unendlich viele Raumpunkte, nämlich alle, die auf dem Projektionsstrahl PO liegen.
- Letzteres führt zu der Erkenntnis, dass die Abbildung nicht eindeutig umkehrbar, d. h. eine räumliche Objektrekonstruktion aus einer einzelnen zentralperspektivischen Abbildung nicht möglich ist.
Siehe auch:
Orthophoto

Quellen:
Deutsches Institut für Normung e.V. - Normen und Regelwerke

Zum Begriff:
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Letzte Änderung: 21.05.2011



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