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GIS-Benchmark 

engl.: GIS-Benchmark
Themengebiet: Projektmanagement

Bedeutung:
Der GIS-Benchmark ist in der Produktevaluation der entscheidende Schritt, der der unverzerrten Beurteilung der Brauchbarkeit und Leistungsfähigkeit eines EDV-Systems dient. Er ist wesentlich umfangreicher als Computerbenchmarks. Wegen der Komplexität des Systems wird ein umfassendes Evaluationsmodell nötig, das u.a. die folgenden Punkte umfassen wird:
- Die Hardware, d.h. neben dem Rechner insbesondere die anschließbare Peripherie, die Ausbaufähigkeit und die Aktualität gemessen an den gängigen Standards. Messbare und vergleichbare Größen sind die Speicherkapazität vom Primärspeicher bis zum Tertiärspeicher und die Geschwindigkeit der CPU, der Platten bis hin zu Berechnungen. Die Geschwindigkeit wird durch Rechnerbenchmarks meßbar, die allerdings für den GIS-Bereich wenig Aussagekraft besitzen.
- die Software bzw. die Funktionalität, d.h. das Applikationsspektrum mit seinen Basisfunktionen in den Komponenten EVAP und die verwendeten Standards, auf denen das System realisiert ist.
- Das Datenmodell, also die unterstützten Datentypen, die Datenverwaltung, die Flexibilität, eigene Abbildungen der realen Welt zu definieren usw.
- Die Benutzeraspekte, also die Beurteilung der Art und Weise, wie sich das System dem Nutzer präsentiert bis hin zur Prüfung der Akzeptanz beim Nutzer. Ergonomische Aspekte spielen eine wichtige Rolle.
- Das Anbieterprofil, in dem sich Kriterien zum Marketing, zur Präsentation des Produktes, dem lokalen Support und der lokalen technischen Entwicklungsabteilung sammeln. Die Überlebensfähigkeit einer Firma und ihres Produktes sind ebenfalls zu beurteilen. Diese Kriterien sind bei den zahlreichen Kontakten während des Benchmarks zu erkunden, währenddessen der Interessent mit allen organisatorischen Ebenen eines Anbieterunternehmens in Berührung kommt.
Die Bewertungsskala bemißt die Bedeutung des jeweiligen Kriteriums für die spätere Arbeit am System; sie kann z.B. durch Noten von 1 (unbedeutend) bis 6 (sehr wichtig) oder Punkte abgesteckt werden. Unbedingt notwendig ist auch die Festlegung von Ausscheidungskriterien, d.h. Kriterien, die für das Unternehmen zwingend erfüllt sein müssen und bei Nichtvorhandensein im Produkt zum Ausscheiden - oder zumindest im strengeren Beurteilen des Systems und zur drastischen Reduktion des Punktekontos - führen.
Wichtig ist es, den Benchmark mit vergleichbarer Hardware und Software durchzuführen insbesondere hinsichtlich Preis, Leistung und Funktionalität. Die eingesetzte Hardware-Software-Konfiguration sollte in etwa der Konfiguration entsprechen, die das Unternehmen später auch einsetzen wird; Faktoren sind z.B. Graphikprozessor, Hauptspeichergröße, Softwareoptionen und das strikte Ablehnen von prototypenhafter ad hoc Entwicklung, da sich diese in den seltensten Fällen im Produkt niederschlägt. Die Extrapolation der Benchmarkergebnisse auf die spätere Produktionsumgebung sollte möglich sein.
Siehe auch:
Benchmark
Computer-Benchmark
Übergeordnete Begriffe:
Phasenkonzept

Zum Begriff:
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Letzte Änderung: 13.08.2002



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