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Legende 

engl.: Legend
Themengebiet: Kartographie

Bedeutung:
Ein Teil der Karte, der Erklärungen der Symbole, der Farben und der Schraffuren enthält, die verwendet wurden, um die unterschiedlichen Elemente und Datenwerte zu codieren.
L. dokumentiert die Zuordnung von Attributkategorien räumlicher Objekte zu graphischen Darstellungen, also etwa die Entsprechung unterschiedlicher Schraffurdichten in Flächen zu den Klassen des kartierten Flächenattributs. Die Legende stellt somit eine Rekodierung dar. In der fertiggestellten Karte ist die Legende das wichtigste Objekt, das die Verbindung zwischen der Karte und em Betrachter herstellt. Grundanforderungen, die an eine Legende gestellt werden sind:
- Vollständigkeit (alle Kartenzeichen erläutern!)
- Richtigkeit (gleiche Größe der Kartenzeichen wie in der Karte!)
- Klarheit und Verständlichkeit (logischer Aufbau, Gliederung in Sachgruppen)
Für die Gestaltung der Legende gelten einige Regeln. So sollen punkthafte Kartenzeichen a-xial angeordnet werden. In Zusammenhang mit der Verwendung von Wertmaßstäben ist die Einhaltung des Gebots der Richtigkeit hier besonders wichtig. Die Erläuterung von Dia-grammfiguren erfolgt am besten an einem Beispieldiagramm. Bei linienhaften Kartenzeichen sollte darauf geachtet werden, dass alle Linienelemente, die zur Erläuterung in der Legende genutzt werden, gleich lang sind. Eine unterschiedliche Länge impliziert Bedeutungsunter-schiede bzw. Unterschiede in der Wichtigkeit, die meist nicht vorhanden sind. Strukturierte Linien, also z.B. strichpunktierte Linien oder gestrichelte Linien, müssen immer anhand der Darstellung von mindestens drei Gliedern erläutert werden. Für Pfeile gelten ebenfalls einige besondere Bedingungen. Sie sollten möglichst horizontal angeordnet sein und in Richtung des größten Raumes (meist das Kartenfeld) zeigen. Stellen die Pfeile jedoch gegensätzliche Aus-sagen dar, so sollen sie auch in der Legende gegensätzlich angeordnet werden. Bei flächenbe-zogenen Kartenzeichen werden häufig Legendenkästchen zur Erläuterung genutzt. Diese soll-ten rechteckig sein und eine Konturlinie besitzen. Auf keinen Fall sollten Schatteneffekte ein-gesetzt werden, um die Kästchen plastisch hervorzuheben. Fortlaufende Kästchenreihen soll-ten nur bei der Erläuterung quantitativer Kontinua, wie z.B. Niederschlägen, verwendet wer-den. Bei qualitativen Daten sind die Kästchen stets getrennt zu platzieren. Weisen die erläu-terten Areale in der Karte gerundete Formen auf (z.B. Braunkohletagebau), so können sie in der Legende auch ohne Legendenkästchen als individuell geformte Fläche erläutert werden.
Besitzen Schriftgröße, -farbe, -neigung oder Schriftart eine Bedeutung, so muss diese in der Legende erläutert werden. Namen, die der gleichen Thematik zugeordnet werden, sollten in Gruppen zusammengefasst werden. Zu erläuternde Namen sollten in etwa gleich lang sein und linksbündig angeordnet werden. Besitzen die Namen eine Rangordnung (z.B. Hauptstadt, Kreisstadt, Gemeinde) so sollten sie der Wertigkeit nach geordnet von oben nach unten ange-ordnet werden.
Insgesamt lässt sich zum Aufbau der Legende sagen, dass sich die Ordnung primär nach dem Inhalt richtet. Es werden zuerst punkthafte, dann linienhafte und flächenbezogene Kartenzeichen platziert. Zwei sachlich zusammengehörige Zeichen, wie z.B. Burg und Burgruine, können nebeneinander angeordnet und erläutert werden. Es werden zwei Arten von Legende unterschieden. Je nach Ausdehnung der Legende spricht man von einer Kartenfeld- oder einer Kartenrandlegende.

Quellen:
Olbrich, G., Quick, M., Schweikart, J. Desktop mapping Grundlagen und Praxis in Kartographie und GIS-Anwendungen

Zum Begriff:
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Letzte Änderung: 10.10.2007



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